Journal

Qualitätsartikel auf PSLjournal

Kampfstile im Boxen

 

Jeder Boxer hat sich im Laufe der Jahre des Trainings an einen speziellen Kampfstil gewöhnt, der in unverwechselbar und teils auch angreifbar für seine Gegner macht, die sich darauf einstellen können. Im Allgemeinen unterscheidet man im Boxsport zwischen zwei Arten, die ein Sportler im Ring anwendet. Zum einen den defensiven, zum anderen den aggressiven und angreifenden Stil. Der defensive Kampfstil basiert darauf, den Gegner immer kommen zu lassen und selbst relativ passiv zu bleiben. Diese Art des so genannten Konterboxens spart immens viel Kraft. Man unterscheidet hier nochmals drei verschiedene Arten des Defensivboxens. Zum einen gibt es das Stick-And-Move-Verhalten, wobei Muhammad Ali und Virgil Hill prominente Beispiele sind. Charakteristisch ist hier eine ständige tänzelnde Bewegung des Konterboxers. Eine andere Möglichkeit ist die ausweichende Bewegung, die nur aus dem Oberkörper kommt und den amerikanischen Namen „To give angles“ trägt. Der große Vorteil ist hier, dass der defensive Boxer durch sein Stehenbleiben vor dem Gegner immer aus der halben Distanz zuschlagen kann. Der deutsche Profiboxer Sven Ottke arbeitet mit dem Stil des „In-and-Out“. Hierbei werden Schwächen gegenüber dem Gegner, wie beispielsweise im Bezug auf Größe oder Kraft, wieder wettgemacht. Die Beine sind ständig in Bewegung und der defensive Boxer wartet auf die passende Gelegenheit zu schnellen Gegenangriff, greift jedoch nicht selbst an. Beim aggressiven Boxen dagegen suchen die Boxer hingegen immer den Schlagabtausch, weshalb sie im englischen Sprachraum auch „Fighter“ genannt werden. Oft ist dies dann der Fall, wenn der der Boxer wie im „In-and-Out“ Schwächen hat und daher durch eine offensive und angriffslustige Boxart seine Chancen auf einen Sieg erhöht. Schlägt der Sportler ungewöhnlich viel und oft zu, ordnet man ihn meist in die Kategorie der so genannten „Pressure-Fighter“ ein, wozu auch Henry Armstrong zählt. Aggressive Boxer wie zum Beispiel Mike Tyson oder George Foreman, die zwar gern angreifen, sich mit übermäßigen Schlägen aber zurückhalten, werden in der Regel nur als „Puncher“ bezeichnet, unterschieden sich aber in der Regel nur unerheblich von den „Pressure-Fighters“. Meist sind Boxer, die als offensiv bezeichnet werden, Sportler, die eher in untere Gewichtsklassen einzuordnen sind.

 

 

© www.psljournal.com Impressum